Anonymität. Finja Kelpe

[English version below]
Ich bin freiberufliche Tänzerin, Tanzlehrerin und Choreografin. Mein Hauptwohnsitz ist in Hamburg, aber ich arbeite auch in München, Berlin, Konstanz und Kopenhagen. Ich unterrichte Contemporary Dance, Jazz, Experimental, Commercial und Hip Hop. Als Tänzerin arbeite ich für kommerzielle TV-Shows wie zum Beispiel für die Sendung „KiKa Tanzalarm“ und die „Helene Fischer Show“. Ebenfalls habe ich bei unkommerziellen Bühnenprojekten mitgewirkt wie beispielsweise „without words“ auf Kampnagel in Hamburg.

Für mich war schon zu Beginn meiner Tanzausbildung klar, dass es keinen Plan B gibt: Ich möchte mit Tanzen meinen Lebensunterhalt verdienen. Dass es nicht einfach ist die Leidenschaft zum Beruf zu machen, ist mir bewusst. Doch seit ich als Kind mit dem Tanzen begonnen habe, dann als Jugendliche auf der Bühne stand und an Tanzwettbewerben teilnahm, stand für mich fest, dass das der richtige Weg für mich ist, egal wie schwer er sein würde. Während meiner Tanzausbildung an der Iwanson International School of Contemporary Dance in München, erkannten meine Schulleiter*innen und meine Dozent*innen meinen Ehrgeiz und starken Willen. Ich erhielt dadurch im zweiten Ausbildungsjahr für die „Tanzwerkstatt Europa“, einen zweiwöchigen Workshop, ein Stipendium und wurde von meiner Dozentin für verschiedene Auftritte gebucht. Außerdem arbeitete ich nebenbei immer an eigenen Choreografien, die meine Ausbildungsschule dann auch für ausgewählte Bühnen vorschlug. 2018 verwirklichte ich dann das erste eigene Projekt: Ein Musikvideo für die südafrikanische Musikerin Amy Ayanda. Nach diesem Projekt gründete ich mit dem gleichem Team, ein „Dance and Art“- Kollektiv mit dem Namen „Visitors“. Wir kreieren Tanzstücke für Bühne und Film in Deutschland und Italien. Außerdem bin ich noch Gründerin und Mitglied der „Rasta Crew“. Diese Tanzcrew hat sich auf Street Styles spezialisiert. Sie ist auf Tanz-Battles präsent und organisiert Workshops.

Im Rahmen meines Projektes werde ich drei Tanzvideos konzipieren, die aus dem Zusammenwirken unterschiedlicher Künstlerinnen und Künstlern entstehen werden. In dem ersten Video beschäftige ich mich mit dem Thema „Anonymität“. Die Musik ist von Camilo Restrepo aus Kolumbien komponiert. Im Video werden die Tänzerinnen Franziska Wagner, Verena Eccardt und Maren Wittig auftreten, deren Tanzstile sich aus folgenden Einflüssen zusammensetzen: Popping, Contemporary, Experimental. Zentrales Element in dem Video werden Hüte sein, die die Tänzerinnen tragen werden. Das Thema Anonymität steht hierbei im Fokus der künstlerischen Umsetzung. Das ganze Video wird in schwarz-weiß gedreht werden und sich damit von unserer knalligen und individualisierten Wirklichkeit abheben. Der Grundgedanke spielt mit der Idee, dass trotz der offen zur Schau gestellten Individualität, der Einzelne in der Masse verschwindet. In der künstlerischen Auseinandersetzung meines Videos möchte ich zum Kern der Persönlichkeit des Einzelnen vordringen. Dafür werde ich den Tänzerinnen ihre eigene Individualität entziehen. Ihre Augen werden von Hüten verdeckt, sodass sie äußerlich kaum zu unterscheiden bzw. zu identifizieren sind. Auf den ersten Blick verkörpern sie in einem reduziert ausgestatteten Raum die Anonymität. Genau dadurch wird der Fokus auf das Eigentliche gelenkt: Auf die Kunst des Tanzens. Die Bewegung ist das Einzige, mit dem sie ihrer Persönlichkeit Ausdruck verleihen können. Der Tanz bricht mit den gesellschaftlichen Konventionen, mit dem Untergehen des Individuums in der Masse. Auf diese Weise können sie sich als Künstlerinnen aus der Anonymität befreien.


I am a freelance dancer, teacher and choreographer. My main residence is in Hamburg, but I also work in Munich, Berlin, Konstanz and Copenhagen. I teach contemporary dance, jazz, experimental, commercial and hip hop. As a dancer, I worked for Celebrity Cruises, commercial TV shows such as the program “KiKa Tanzalarm” and the “Helene Fischer Show”. I have also worked on non-commercial stage projects such as “without words” at Kampnagel in Hamburg.

It was already clear to me in the beginning of my dance training that there was no plan B: I want to make a living by dancing. I am aware that it is not easy to turn passion into a profession. But since I started dancing as a child, then as a teenager on stage and took part in dance competitions, it was evident to me that this is the right path for me, no matter how difficult it would be. During my dance training at the Iwanson International School of Contemporary Dance in Munich, my headmasters and my teachers recognized my ambition and strong will. In the second year of my training I received a scholarship and was booked by my teacher for various performances. In addition, I always worked on my own choreographies, which my training school then suggested for selected stages. In 2018, I realized my first project: a music video for the South African musician Amy Ayanda. After this project I founded a “Dance and Art” collective called “Visitors” with the same team. We create dance pieces for stage and film in Germany and Italy. I am also  a foundingmember of “Rasta Crew”, where we specializes in street styles with vivid presence in dance battles as well as organizing workshops.

As part of my project, I will design three dance videos that will result from the interaction of different artists. In the first video I deal with the topic of “anonymity”. I use  „glory“ by Beti Cham, a singer from Berlin. In the video, the dancers Franziska Wagner, Verena Eccardt and Maren Wittig will appear, whose dance styles are mainly influenced by popping, contemporary and experimental. The central element in the video will be the hats  the dancers will wear. The subject of anonymity is the focus of the artistic implementation. The whole video will be shot in black and white and thus stand out from our gaudy and individualized reality. The piece will oscillate around the idea that despite the openly displayed individuality, the individual disappears in the crowd. In the artistic exploration of my video, I want to get to the core of the personality of the individual. For this I will deprive the dancers of their own individuality. Their eyes are covered by hats so that they can hardly be distinguished or identified from the outside. At first glance, they embody anonymity in a room with reduced furnishings. This is exactly how the focus will be directed to what is essential: the art of dancing. Movement will be the only means for them to express their personalities. The dance breaks with social conventions, with the sinking of the individual in the crowd. In this way, as artists, they can free themselves from anonymity.


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