ResisTanzen. Dessa Ganda

Das Solotanzprojekt ResisTanzen von Dessa Ganda befasst sich mit Formen und Ausdrücken des Widerstands. Die tänzerische Auseinandersetzung zu hervorstechenden Persönlichkeiten und Charakteristika des Widerstands über Zeit, konzentriert sich hauptsächlich auf die Produktion markanter Bewegung, Bilder und Haltungen.

Das Stück ist in fünf Kapitel strukturiert:
1.Natur und Kreislauf des Werdens und Überlebens.
2. Expansionismus und Eroberung der Natur durch den Imperialismus
3. Genozide
4. Afrikanische Anti- und Postkoloniale (Frauen-) Proteste, Kampf um eine verlorene Freiheit
5.Hoffnung im Widerstand.

Das Stück dauert eine Stunde und ist eine Reise durch die Zeit und schafft Bewegungen und Raum für kraftvolle Geschichten. Reizvoll ist dabei die Interpretation der Thematik als Solotänzer und ohne zur Hilfenahme zahlreicher Multimediaelemente.

Die Choreographie spielt mit konkreten und abstrakten Bewegungen, inspiriert sich an Tänzen, wie dem „Ghost Dance“ der Sioux, der Tänze der Zulu, dem Bakutu (Kapverden), Bewegungen und Riten von Frauenbünden wie der Adjanou (Elfenbeinküste), dem Agbadja, Gazo, Kamou (Togo), Capoeira (Brasilien) und Krump ( USA). Dabei werden die Tänze werden angereichert und transformiert, um die Aussagen des Stücks zu transportieren. In jedem Kapitel stechen Haltungen hervor, die sich in den weiteren Kapiteln fortentwickeln. Jedes Kapitel bietet eine eigene geometrische Form.

Die Premiere von ResisTanzen war am 24 Juni 2022 am Mouvoir Tanztheater Köln.

ResisTanzen ermöglichte es Dessa, seine eigenen Arbeitsmethoden zu verfeinern und die wissenschaftliche und spezifische Forschungsseite seiner Arbeit zu entwickeln. Das Projekt fand in Köln statt und erstreckte sich über drei Monate (April – Mai – Juni) dieses Jahres.

In der wissenschaftlichen Recherchephase (April) hat Dessa Ganda mithilfe von Archiven, Artikeln, Medien und einigen Interviews verschiedene Formen und Ausdrucksformen des Widerstands recherchiert und eine Vielzahl von Dokumenten generiert.

In der künstlerischen Forschungsphase (Mai) hat er mit Hilfe von Musikinstrumenten (Gong, Rasseln, Flöte, Trommel, Pfeife) und vor allem einer Loop-Maschine (Vocal Performer VE-20) Musik, Gesang und Geräusche kreiert, die von den im April gefundenen wissenschaftlichen Materialien inspiriert waren, und dann Bewegungen, Tänze und Körperhaltungen generiert. Einige der Stimminspirationen wurden auf dem Handy aufgenommen.

Dessa hat auch einige Texte auf Deutsch und Französisch geschrieben. Anschließend fügte er das wissenschaftliche Material zusammen, das in den Rahmen des Stücks passte. Er dokumentierte den gesamten Prozess mit Hilfe von Notizen, Fotos und Videos, die in der letzten Phase sehr nützlich waren.

In der choreografischen Phase (Juni) schließlich erstellte Dessa einen Bühnenhintergrund aus den Dokumenten (Porträts und Biografien bestimmter Figuren des Widerstands, Artikel …), die die endgültige Dramaturgie des Stücks inspirierten, in Collagetechnik. Dieser Hintergrund wird als das ,,Museum‘‘ bezeichnet.


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