I can hear you smile – Recherche zu den Schnittstellen von experimenteller Radiokunst und Choreographie. Heike Bröckerhoff

Im Rahmen meiner Recherche zu den Schnittstellen von Radiokunst und Choreographie habe ich mich von einer offenen Auseinandersetzung mit verschiedenen künstlerischen Beispielen aus der Geschichte der Radiokunst und des Hörspiels über die Website radiophonic spaces der Bauhaus Universität Weimar hin zu einem spezifischeren Interesse an dem Mittel der Audiodeskription bewegt. Die aktuellen Diskussionen in den Darstellenden Künsten zum Thema Barrierefreiheit, haben mich dabei stark bewegt. Die Interviews mit dem Choreographen Saša Asentić und der Hamburger Kulturschaffenden Dorothee de Place haben mich dabei für das Thema sensibilisiert. Diese Interviewreihe zum Thema Barrieren und künstlerischen Mitteln, die Zugänge schaffen, habe ich mit den Choreograph:innen Carolin Jüngst, Lisa Rykena und Ursina Tossi fortgeführt. Ausgehend von den im Rahmen von DIS-TANZEN gesammelten Materialien und Stimmen habe ich dieses Audiofeature zum Thema Barrieren zusammengestellt:

Barrieren im Theater schließen aus. Sie behindern und verhindern Diversität und Teilhabe. Was müssen und können Künstler:innen dazu beitragen, dass Hindernisse abgebaut werden? Und welche Verantwortung tragen die Institutionen?

Das Radiofeature stellt drei verschiedene Initiativen aus den freien darstellenden Künsten vor: „A wie Access“ von Dorothee de Place ist ein Forschungsprojekt zu Barrierefreiheit, das Produktionen schon während des Entstehungsprozesses begleitet und den Austausch mit einem inklusiven Publikum fördert. „DIS- is not included“ von Saša Asentić lädt Künstler:innen mit Behinderung ein, sich das Format Lecture Performances anzueignen und über ihre künstlerische Praxis zu reflektieren. „Spoken Dance“ von Carolin Jüngst, Lisa Rykena und Ursina Tossi untersucht Audiodeskription als künstlerisches Mittel im Tanz.

Wir sprechen über finanzielle Mittel, neue Übersetzungsmöglichkeiten durch digitalen Medien und die Poesie der Sprachlosigkeit. Und wir träumen davon, Türen zu öffnen, „weil sich dahinter eine Welt eröffnet, an der wir bisher nicht teilhaben“.

Barrieren ist ein Radiofeature von Heike Bröckerhoff, Ausstrahlung erstmals in der Online Mediathek beim Hauptsache Frei Festival, August 2021

in deutscher und englischer Sprache (mit deutscher Übersetzung)

Mit den künstlerischen Arbeiten und den Stimmen von: Saša Asentić, Carolin Jüngst, Dorothee de Place, Lisa Rykena, Dalibor Šandor, Dennis Seidel, Natalia Vladisavljević, Ursina Tossi

Dank an Alexandre Achour und Christoph Grothaus.

Neben diesen Interview- und Recherchetätigkeiten hat DIS-TANZEN bei mir die Weichen für ein neues Projekt gestellt, mit dem ich im August 2021 in Hannover begonnen habe: Begleitend zu einer künstlerischen Arbeit möchte ich zu Synästhesie als künstlerischem Mittel der Übersetzung und zum Abbau von Barrieren forschen: Sargasso Sea.

Die Recherche zu den Schnittstellen von Tanz und Radio hat mich somit in genau diese beiden Medien geführt: Radio als informatives Mittel, in dem mithilfe von Sprache und Sound die Vorstellung von Bewegung entsteht und Performance/Choreographie, in der durch synästhetische Übersetzungsprozesse Bewegung zu Geschichten werden kann.


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