Die Braut. Ein interdisziplinäres Tanzstück von Elisabeth Masé

Ausgangspunkt des Projekts sind eigene Aquarelle auf schwarzem Papier. Dazu kommen Fragmente meiner literarischen Texte sowie ein von mir produzierter Film. Die Aquarelle und der Film zeigen lauter Bräute. Sie sind zum Teil verstört. Manche wirken frech und rebellisch. Wirklich glücklich sind sie selten. In Benin liess ich ein Brautkleid nähen, welches um die Welt reist und von Sticker*Innen aus unterschiedlichen Kulturen mit Gedanken über Liebesbeziehungen bestickt wird. Mir geht es um ein mit Geschichten, Erwartungen und Enttäuschungen aufgeladenes Werk. Am Anfang stand für mich die bildende Kunst, dann Literatur. Nun soll ein Tanzstück entstehen, das alle Medien einbegreift. 

Die zentralen Requisiten des Bühnenbilds werden das Brautkleid, die Projektion meines Films sowie ein dreißig Meter langer, transparenter Brautschleier sein. Der Sound des Stücks basiert auf der Filmmusik eines jungen Berliner Komponisten. Er wird von literarischen Textfragmenten aus dem Off ergänzt. Inhaltlich und technisch verwende ich das Prinzip der Überlagerung. Der auf die verschleierte Tänzerin projizierte Film erzeugt eine geheimnisvoll fluktuierende Atmosphäre. Traum und Realität vermischen sich.

Gemaltes verwandelt sich in Tanz. Der Tanz wiederum wirkt wie eine neuartige Malerei. In die Dramaturgie fließen meine künstlerischen, psychologischen und ethnologischen Recherchen ein. Es geht mir um das große Thema Liebesbeziehung, wobei in das Stück auch die persönlichen Erfahrungen des Choreographen und der Tänzer eingehen werden.


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