Yongonlon. Ahmed Soura

Yongonlon ist ein Rechereprojekt, dass eine inhaltliche Konzeption für ein neues Tanzhaus in Burkina Faso entwickeln möchte. Dieses Haus soll ein Ort der Begegnung für afrikanische und westliche Künstler*innen sein.
Mit dem Wort Yongonlon bezeichnet man in Dioula, einer der Landessprachen von Burkina Faso, ein Theater. Die wörtliche Übersetzung ist allerdings: „sich selbst kennenzulernen“.
Deshalb möchte ich mit dieser Recherche Interviews mit möglichst vielen Kreativen führen, um Ideen zu sammeln wie dieser Ort inhaltlich gefüllt werden könnte. Was sind die Erwartungen an einen solchen Ort. Welche Vorstellungen und auch Träume verbinden die Menschen damit. Welche Projektideen können für so einen Ort entwickelt werden und wie ließe sich eine Theaterästhetik entwickeln, welche die post-kolonialen Verwerfungen nicht negiert aber neue Wege einschlägt. Dabei geht es auch um ganz konkrete Vorschläge wie z.B. die Architektur eines solchen Tanzhauses aussehen könnte.

Ein besonderer Fokus  dieser Recherche ist dabei auf dem Verhältnis von afrikanischem und westlichem, zeitgenössischen Tanz. Wie viele afrikanische Choreografen weiß ich, dass es für uns beispielsweise fast unmöglich ist einfach nur zeitgenössischen Tanz zu unterrichten. Festivale und Studios in Europa bestehen auf der Bezeichnung „african contemporary“. Es ließe sich sonst nicht vermarkten. Dieses Verhältnis ist also voll von Ambivalenzen die noch nicht vollständig aufgearbeitet sind. Die Entwicklung eines solchen Hauses muss deshalb eine klare Perspektive auf dieses Verhältnis haben. Eine meiner Hauptfragen ist dabei ob und wie sich ein unterschwelliger Exotismus auf das Schrittmaterial überträgt und wie man damit kreativ umgehen könnte. 


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