Manage my body. Laura Witzleben

Macht ist überall. Die interdisziplinäre Tanztheaterperformance “Manage my body” untersucht anhand von Biografien aus der Finanz- und Tanzwelt wie sich Macht in unserer Gesellschaft manifestiert. Wie wirkt Macht? Wie wird sie ausgeübt? Welche Ziele hat sie? Was macht sie mit den Menschen?

Das Projekt erkundet Machtstrukturen im Managementbereich mit seinen marktorientierten Steuerungsmechanismen sowie in der Welt des klassischen institutionellen Balletts, einem durchgeregelten Mikrokosmos, in dem sich alles um den Körper dreht. Die recherchebasierte Stückentwicklung schafft – in einem dreigeteilten White Cube – durch ihre Parallelität von Choreografie, Sprache und Musik einen frischen und klaren Blick auf Machtkonstellationen in unser Gesellschaft. Das Projekt setzt eine Textmontage aus Interviews mit Balletttänzer*innen und Führungskräften aus der Wirtschaft mit ausdrucksstarkem choreografischen Material in eine spannungsvolle Beziehung, die gleichermaßen die Sinne, die Emotionen, den Verstand und das politische Bewusstsein der Zuschauer adressiert.

Das Stück ist anhand der thematischen Episoden “Ursprung und Antrieb”, “Zwang und Kontrolle”, “Zuckerbrot und Peitsche”, “Gewalt und Sexismus”, “Strategien und Überleben”, “Kooperation und Widerstand” und “Utopien und Dystopien” strukturiert. Diesen Themen werden nach der intensiven Recherchephase Texte aus den Interviews zugeordnet und kohärent-fließend oder assoziativ verdichtet. In der choreografischen Arbeit wird auf Basis der Themenbereiche spezifisches zeitgenössisches und klassisches Bewegungsmaterial zusammengetragen und in der Komposition schließlich ausgesuchtes Material aus den Ebenen Körper, Sprache und Musik fokussiert, verändert und in Beziehung gesetzt. Dabei wird ein großer Denkraum eröffnet, der – ohne zu illustrieren – in seiner Komplexität und Vielschichtigkeit der Versuch einer künstlerischen Annäherung an die Realität ist. In dem dokumentarischen Ansatz wird das Leben mit seinen vielen Wahrheiten im Zusammenspiel von Sprache, Choreografie, Musik und Bühnenraum an der Schnittstelle von Fakt und getanzter Abstraktion gespiegelt. Durch seine Bandbreite an radikalen Ausdrucksformen und ungeschminkten Geschichten wird das Stück ein sinnliches, persönliches und zugleich wissensvermittlendes Erlebnis sein, das den Zuschauer*Innen neue Wahrnehmungen ermöglicht.

In dem Projekt arbeite ich mit vier Performer*Innen und einem Live Musiker, wobei bei der Besetzung die Diversität des Ensembles für mich besonders wichtig ist. Bei der Umsetzung interessiere ich mich für verfremdende Umkehrungen, bei denen z.B. männliche Perspektiven durch die weiblichen Darstellerinnen verkörpert und weibliche Perspektiven durch Männer repräsentiert werden.

Mitwirkende
Regie / Choreografie / Recherche: Laura Witzleben
Regie / Dramaturgie / Recherche: Simon Köslich
Musik: Hordur Mar
Mit vier Performer*Innen

Foto: Stefan Klüter

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