Masken in mythologischen und künstlerischen Kontexten. Giulia Paolucci

We are still
Godly,
that’s what’s made us so monstrous.
It just feels like we’ve forgotten
that we’re much more
than the sum of the things that belong to us.
(Kate Tempest)

Zwischen Ursprung und Ende der Menschheit aufgespannt, kreist die Recherche GOLDEN AGE / END OF TIMES um die Kraft und Bedeutung von Masken in mythologischen und künstlerischen Kontexten.

Auf den Spuren von verschiedenen Kulturkreisen und den hier gestalteten Ritualen erforschte Giulia Paolucci mit GOLDEN AGE / END OF TIMES den Einsatz von Masken, ihre spezifische Gestalt und Wirkweise. Die Maske als Verbindungselement zu einem übermenschlichen Wesen, einer Gottheit oder anderen mythologischen Figur, als Sinnbild für die Verbindung des Menschen mit seinen Ursprüngen und der Natur, mit (s)einer universellen Kraft, war dabei Ausgangspunkt für die Frage, in welcher Beziehung die Menschheit aktuell zu sich und ihrer Umwelt steht.

Die Herstellung verschiedener Masken und die Erprobung ihres Einsatzes in unterschiedlichen Kontexten (z. B. Choreografie einer Tänzerin in einem leerstehenden Laden, aktivistischer Auftritt bei einem Festival zum Klimawandel) stellte die zweite Phase der Recherche dar.

Mit Blick auf das gegenwärtige, große zerstörerische Potential des Menschen und den durch die Menschen verursachten katastrophalen Zustand der Welt, fokussierte die Herstellung der Masken einerseits auf die Suche nach Anbindungsmomenten des Menschen an sich selbst und andererseits auf Methoden der Herstellung, die dieser Gegenwart entsprechen. Materialien, die mit unserer Gesellschaft und modernen, kapitalistischen Welt korrelieren, wurden Ausgangspunkt von insgesamt zwanzig Masken. Diese Masken in Form einer Spiegelung seiner charakterlichen Fassetten: Scham, Hass, Ekel, Neid, Zärtlichkeit, Liebe, sowie die ihm abhanden gegangenen ursprünglichen, mit der Natur verbundenen Aspekte. Doch auch abstrakte Dimensionen wie der gesichtslose Klimawandel fanden Eingang in die Gestaltung.

Als dritte Phase der Recherche wurden Fotos und ein Video produziert: 15 Darsteller*innen legten, die Masken tragend, ihre urban geprägte Individualität nach und nach ab und verschmolzen zu einer Tribe-ähnlichen Gemeinschaft, in der das Tragen der Masken eine neue, magisch-betörende Identität, in einer durch Menschen veränderten Umwelt versprach – zwischen dem Menschlichen und Göttlichen, zwischen dem Dialog von Mensch zu Mensch und Mensch zu Natur(Geist) spielerisch changierend.

Ein großes Danke an:
Lilou Anklam, Chris Breuer, Gerit Buennig, Greta Buennig, Benjamin Bitterling, Giulia Consonni, Clara Crescini, Johannes Ebeling, Sofia Fantuzzi, Carla Messenger, Elena Paolucci, Sofia Paolucci, Christina Pitiakoudi, Malika Virah-Sawmy, Dietmar Schmidt, Anne Schneider, Alessandra Sparano, Tobbia Trebbi, Jan Rasmus Voss

In Zusammenarbeit mit Künstler*innen verschiedener Sparten und Wissenschaftler*innen ist eine Vertiefung der Recherche und Arbeit mit den Masken und Ritualen geplant.


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