IN:BETWEEN. Silke Lenz

Zwischenräume – Recherche zu neuen Arbeitsweisen, Methoden und Theorien mit dem Schwerpunkt zeitgenössischer Tanz im öffentlichen Raum

Geschützter Raum:
In der Zwischenzeit, in der Dis-TanzZeit, in meiner SoloZeit bestand für mich zunächst die große Herausforderung, einen Raum zu finden, der es mir ermöglicht meiner Forschungsfrage nach dem Dazwischen nachzugehen. Solo – vollkommen in der Dis-Tanz zu meinen Tanzkolleg*innen. Täglich die Motivation finden, aufstehen, rausgehen, sich bewegen, in leeren Räumen, auf leeren Plätzen, durch leere Straßen an vielen vielen grauen trostlosen Tagen.
Schließlich fand ich einen geschützten Ort, an dem ich meine Bewegungsrecherchen zum Thema DisTanz Solo durchführen konnte. Der Raum, die Gegenstände, Zollstock, ein großer Ball als Partner. Meine größten Überraschungsmomente ergaben sich, wenn die Dinge wirklich lebendig und damit zu einem Partner wurden. Wer inspiriert wen, von wo geht der Impuls aus? Folgen die Dinge mir oder ich den beredten Dingen? In den besonderen Momenten fand ich einen Tanzpartner, Halt, Unterstützung und Kraft zum Aufstehen, Weitergehen, Weitertanzen.

Öffentlicher Raum:
Welche Impulse gehen von Zwischenräumen, einer Architektur, Materialen, Oberflächen, Untergründen und grenzlosen Räumen für den künstlerischen Prozess aus?
Dies meine zweite große Herausforderung; sich wieder ins Außen wagen, sich zeigen, ungeschützt, pur in Zeiten von großer Unsicherheit, meilenweiten Distanzen und Disharmonien.
Wie sich überhaupt bewegen, den anderen begegnen in pandemischen Zeiten. Die Verunsicherung war und ist groß. Es scheint, als ob wir Vieles neu erlernen müssen. Die alltäglichen Rituale gelten nicht mehr. Ist ein Blick schon zu viel oder die Brücke zu meinem Publikum?
Auf meiner Recherche durch die Hansestadt Greifswald – durch den öffentlichen Raum konnte ich mehr und mehr beobachten, wie die kleinen Läden nach und nach aufgaben. Zunächst click & connect, click & meet und schließlich no click – dis-connected.
Die leeren Fenster, die schwarzen Löcher, Licht aus, menschenleere Straßen gaben mir letztlich die Inspiration, die Schaufenster schrien förmlich nach Wiederbelebung. 
Eines – mitten in der Einkaufspassage konnte ich ausfindig machen und erobern. Seither stelle ich mich dort regelmäßig hinein. Lass diesen Zwischenraum auf mich wirken und folge den Impulsen für Bewegung, Ruhe, Ruhelosigkeit – zu welchem Dis-Tanz Solo animiert er mich?
Ungeschützt den Blicken der Passanten ausgesetzt. Fragend, wer schaut hier wen an? Was soll das Ganze? Ausgestellt, in Frage gestellt, zum Verhandeln Preis gegeben. Wie viel ist dies wert? Welcher Nutzen steckt dahinter? Wert-geschätzt in welcher Währung?

Dies brachte mich dazu, tiefer in die Wertschätzung, Wertschöpfung einzutauchen. Momentan recherchiere ich zu den Preisen, Preisgeldern, Ausgaben, Verausgabungen in der Pandemie. Was ist  der Gesellschaft die KUNST wert? 
Damit verbunden ist die Gründung der Company IN:BETWEEN. Eine erste Produktion soll sich mit diesem Thema und dem Ort auseinandersetzen und zur Kulturnacht in Greifswald das erste Mal öffentlich zur Diskussion gestellt werden.


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