To Mend. Eine topologische und choreografische Recherche von Mor Demer

Eine urbane Landschaft ist ein Schmelztiegel aus unterschiedlichsten Geschichten, Kulturen und städtischen Milieus, geformt aus über- und nebeneinander existierenden Schichten, die viele Zeitlinien gleichzeitig verkörpern.

To Mend ist eine choreografische und topologische Recherche, in der die in Berlin lebende Tanzkünstlerin Mor Demer persönliche und gleichzeitig existenzielle Fragen nach Situiertheit mit topologischen Spuren und Erinnerungen, die an verschiedenen, überall in der Stadt verteilten Orten hinterlassen worden sind, in Verbindung setzt. 

Dafür wurden im Stadtbild von Berlin zwölf Orte identifiziert, die, wie die Künstlerin vermutet, seltsam abwesend bleiben, die einen gesellschaftlichen, menschlichen und kosmologischen Riss in sich tragen und deren Geschichten zu einer Diskontinuität in diesem allumfassenden Gewebe geführt haben, die sich jenseits unseres Verstandes bewegt. To Mend wird sich den historischen, soziologischen und räumlichen Konstellationen dieser Orte, Löcher oder Bruchstellen durch partizipative und transformative Aktionen/Scores – menschliche und nicht-menschliche, organische und unorganische Materialien einbeziehend – widmen. Wir werden uns an jedem dieser Orte versammeln, um die Löcher zu aktivieren, zu füllen, wiederherzustellen (to mend) – und sie damit in die Gegenwart führen.

Dabei betrachtet Mor Demer das Ökosystem der Stadt als einen Körper, der das Ökosystem ihres eigenen Körpers spiegelt. Die Forschung wird durch beide Körper angestoßen und vorangetrieben, mit der Intention sie in einem Kreislauf gegenseitiger Heilung zusammenzuführen.

To Mend ist als eine langfristige über mehrere Monate laufende Recherche angelegt, die zugleich Grundlage für ihr kommendes Bühnenstück sein wird. Die jeweiligen Orte und Aktionen werden ab Juni 2021 regelmäßig bekanntgegeben werden.

Konzept und Research: Mor Demer
Mit: Gadi Demer, Jette Büchsenschutz und Sigal Zouk
Danke an: Igor Dobricic und Ayako Toyama
Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm DIS-TANZEN des Dachverband Tanz Deutschland. Mit der Unterstützung von DOCKART.


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